Der Ödipuskomplex

Hypnosetherapie – Hokos Pokus oder eine wirkliche Therapie?

Das das Unterbewusstsein viele Abläufe im Körper steuert, für Erinnerungen und deren Verarbeitung zuständig ist und gar manches abspeichert, was oberflächlich vergessen scheint, ist hinreichend bekannt. Genau dort greift Hypnose ein. Versteckt sich dahinter aber eine echte Therapie oder nur ein Sektor, mit dem möglichst einfach möglichst viel Geld generiert werden kann?

 

Welche Funktion hat das Unterbewusstsein?

Im Unterbewusstsein werden wichtige Dinge gespeichert, die im Laufe der Zeit zu Automatismen werden. Dadurch wissen wir beispielsweise häufig nicht mehr, ob das Auto abgesperrt wurde, obwohl wir dies getan haben. Immer die gleichen Abläufe werden im Unterbewusstsein gespeichert und praktisch automatisch ausgeführt. Je strukturierter ein Tagesablauf ist, desto mehr von diesen automatischen Abläufen gibt es.
Das Unterbewusstsein bietet jedoch auch einen Speicherort für Dinge, die nicht einfach wieder in das Bewusstsein gerufen werden sollen. Eine Art Schutzfunktion. Traumatische Ereignisse (z.B. Unfälle, Übergriffe, Vergewaltigungen etc.) werden somit tief in das Unterbewusstsein verdrängt, um den Betroffenen nicht unmittelbar mit immer wiederkehrenden Bildern zu belasten. Aber nicht nur Traumata, sondern auch Schmerzen können sich in Körper und Seele regelrecht verbeißen und unterbewusst Schädigungen, Störungen und massive gesundheitliche Beeinträchtigungen bedeuten. Hier kann eine Therapie gezielt ansetzen: Hypnose.

 

Wie kann Hypnose wirklich helfen?

Hypnosetherapie hat nichts mit kunterbunten, zweifelhaften Shows zu tun, die nur dafür da sind, das Publikum aufs Korn zu nehmen. Was hier gezeigt wird, scheint mit einem vollständigen Verlust jeglicher, willentlicher Handlungen einherzugehen. So verhalten sich erwachsene Menschen wie gackernde Hühner oder Ähnliches. Leider hat aufgrund dieser Bühnenpräsenz die Hypnose als Therapie weitreichend Schaden genommen, dies jedoch völlig zu Unrecht. Die durch eine Hypnose erzeugte Trance ist kein Verlust, sondern vielmehr eine Erweiterung der Aufmerksamkeit, ein Bewusstmachen dessen, was im Unterbewusstsein verborgen ist. So können tiefgreifende Traumata, Blockaden und Störungen gezielt behandelt werden.

Hypnose benötigt immer Offenheit des Klienten

Gleich einmal vorweg: Hypnose ist nicht für jeden geeignet. Der Klient muss sich auf die
Therapiesitzung einlassen können und sich freiwillig dieser unterziehen. Prinzipiell kann dann jeder (gesunde) Mensch in einen Trancezustand versetzt werden. Meist geschieht dies mittels Suggestionen, beispielsweise einer Geschichte, die der Hypnosetherapeut erzählt und so den Klienten in einen Trancezustand versetzt. Jeder Trancezustand ist ebenso verschieden, wie die Menschen selbst. Manche gelangen relativ zügig und tief in diesen Zustand, andere hingegen brauchen länger und fokussieren nicht ganz so klar und tief.

Was passiert unter Hypnose?

Im Trancezustand der Hypnose ist das Bewusstsein deutlich geschärft und kann bestimmte Dinge dadurch klarer hervorholen. Ähnliche Zustände kennen vielleicht manche durch die Kraft einer Meditation, des Betens oder auch bei Tagträumen. Auch hier können, wie in einer Hypnosesitzung Vitalparameter, wie Puls und Herzschlag verlangsam werden und die Hirnaktivität gesteigert.

Verliert man die Kontrolle während der Hypnose?

Einmal hypnotisiert, denken viele, dass die Sitzung nur schwer zu unterbrechen ist, weil der Klient keine willentliche Entscheidung mehr treffen kann. Dies stimmt jedoch nicht. Der Klient hat während der Hypnose immer das Zepter in der Hand und kann eigenständig und willentlich die Trance verlassen. Der Hypnosetherapeut gibt durch seine Suggestionsanreize eine Art Weg vor, der beschritten werden kann. Ebenso kann ein hypnotisierter Mensch auch im hypnotisierten Zustand nie mehr verraten, als er es will. Einzig und allein er bestimmt, wie weit er in sein Unterbewusstsein vordringen will und auch kann. Dieser Weg kann in mehreren Sitzungen durchaus auch immer weiter beschritten werden, was als Therapie durchaus Sinn macht. So können nach und nach Probleme gezielt aufgedeckt, behandelt und nach Möglichkeit erfolgreich aufgearbeitet werden.

Ist Hypnose messbar?

Ja, ein Trancezustand ist durchaus messbar. Vor allem die Bereiche, in denen Schmerzen und Ängste verarbeitet werden, sind während einer Hypnosesitzung scheinbar ausgeschaltet. Gezielte Schmerzreize erreichen laut zahlreicher Studien zwar das Gehirn, werden aber dort nicht verarbeitet und so vom Bewusstsein nicht wahrgenommen. Ein Zugewinn für Klienten, die sich zum Beispiel einer Zahnbehandlung unterziehen müssen, aber eine Narkose ebenso scheuen, wie den Arztbesuch an sich. Hier kann Hypnose deutlich weiterhelfen. Ebenso ist die äußere Wahrnehmung im Trancezustand deutlich vermindert, während Fantasie und
Gefühle deutlich geschärft sind. Daher ist es durchaus möglich, Erinnerungen fast wie in Echtzeit wieder zu Erleben.

Hier kann Hypnose Betroffenen wirklich weiterhelfen

Hypnosetherapie ist ein Ansatz, der helfen kann, Probleme aufzudecken, diese zu verarbeiten und dadurch entstandene Störungen und Blockaden zu beheben. Damit ist Hypnose ein unterstützender und wichtiger begleitender Ansatz, der für viele Betroffene einen echten Zugewinn bedeutet. So können beispielsweise folgende Probleme mittels Hypnose behandelt werden:
·      Angststörungen oder andere Erkrankungen mit einer starken emotionalen Belastung,
·      Depressionen
·      Mentaltraining durch Sporthypnose zur Leistungssteigerung im Profisport
·      Erkrankungen, die die Atmung und die Atemwege betreffen (z.B. Asthma)
·      Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes (z.B. Reizdarm)
·      bei Hauterkrankungen
·      bei vielen Suchterkrankungen (z.B. Alkoholismus, Raucherentwöhnung)
·      bei Schlafproblemen, wie Ein- und Durchschlafstörungen
·      als Unterstützung bei einer Gewichtsreduktion
·      bei Autoimmunerkrankungen (z.B. Hashimoto-Thyreoditis)
·      bei chronischen Schmerzen (z.B. Rheuma)
·      bei Tinnitus (Ohrensausen)
·      bei bestehendem Kinderwunsch
·      zur Vorbereitung auf die Geburt
·      zur Nachsorge nach der Geburt (z.B. Wochenbettdepression)
·      unterstützend bei Chemotherapie und Bestrahlung

 

Psychotherapie und Hypnose

Hier findet die Hypnose weitreichenden Einsatz. Während sich der Klient in einem Trancezustand befindet, wird ein bestehendes Problem besprochen (z.B. mit dem Rauchen aufhören). Der Hypnosetherapeut zeigt dem hypnotisierten Klienten passende Lösungsvorschläge auf, die der Klient wahrnimmt, evaluiert und in Trance versucht umzusetzen. Gelingt diese Verknüpfung, ist meistens ein positiver Effekt auch mach der Hypnose zu verzeichnen. Im Optimalfall hält dieser Effekt einen längeren Zeitraum an und verfestigt sich. Die so entstandene Verhaltensänderung kann dann ein Leben lang bestehen.